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[personal profile] gaensemutter
Something a little more character related than the other entries in the journal.
Note: It's still in German, but I will try and translate it as soon as possible...
Note²: The translation is now finished.
Note³: If you see any mistakes please tell me.


The quote in the beginning gave me the inspiration to write the text. It is part of the removed Survivors Audio Diary.

Why do I survive - when others do not? First the prison camp, then Rapture. Both times I become the right breed of monster to continue my work...


Herzlos. Es war nicht das erste Mal, dass Brigid dieses Wort hörte und es an sie gerichtet war, dennoch stimmte es sie jedes Mal aufs Neue ein wenig nachdenklicher. Normalerweise hätte es sie kein Stück interessiert, wenn man es ihr an den Kopf warf, aber heute… heute war etwas anders.
Die Mutter von einem der Mädchen, die sie zu Little Sisters gemacht hatten, war durch einen Zufall dazu in der Lage gewesen ihre Tochter wiederzufinden und war heute überraschenderweise aufgetaucht, in der Hoffnung das Kind wieder zurückzubekommen. Natürlich war es ein sinnloses Unterfangen und es endete damit, dass die Frau von Security weggeschafft werden musste. Die Ohrfeige, die sie ihr in ihrer rasenden Wut verpasst hatte, hatte sie schon fast wieder verdrängt, aber die vorwurfsvolle, in Tränen aufgelöste Stimme hallte noch immer in ihrem Kopf wider, obwohl sie schon längst in ihrem Apartment in den Mercury Suites angekommen war.
Sie saß am Kaminfeuer, rauchte eine Zigarette und starrte in die Flammen, die zwar den ganzen Raum in ein oranges und eigentlich warmes Licht tauchten, ihr Gesicht jedoch wesentlich älter und nachdenklicher wirken ließen.

„Sie herzloses Monster. Haben Sie denn kein Gewissen? Wie können Sie den Kindern nur so etwas antun!“  Leicht angesäuert stieß sie Luft und Rauch durch die Nase aus, stützte den Kopf mit der Hand ab, den Ellenbogen auf der Lehne des Sofas. War es wirklich so schrecklich herzlos zu sein? Nein. Konnte diese Frau sie und ihre Emotionen (oder deren Mangel) überhaupt beurteilen? Nein. Ihre freie Hand ballte sich leicht zu einer Faust zusammen als sie einen weiteren Zug der Zigarette nahm und einen Moment später den Rauch ausblies. So sehr es sie auch schmerzen musste ihre Tochter verloren zu haben – diese Frau war niemals in ihrer Lage gewesen, hatte niemals die gleichen Dinge gesehen wie sie. Aber sie würde wohl ohnehin nie verstehen, wie aus ihr das wurde, wie sie heute ist.

Einige Jahre zuvor, während der Jahre im Konzentrationslager hatte sie gelernt, dass es für sie nur einen einzigen Weg gab um zu überleben: Sich anzupassen und alle Gefühle abzutöten. Sie verneinen, unterdrücken, irgendwo verschließen wo sie nie wieder auftauchen würden. Und ihr Überlebenswille war stark gewesen, ihr Leben wichtiger als die paar jämmerlichen Emotionen und das geweckte Interesse an der Wissenschaft hatte es ihr fst schon verboten zu sterben. Und um zwischen Monstern zu überleben, hatte sie selbst zu einem Monster werden müssen. Bei dem was sie für die Nazi-Wissenschaftler getan hatte, hatte sie sich keine Emotionen erlauben können. Es hätte sie langsam getötet und zerstört, unweigerlich zu einem seelischen Wrack werden lassen. Aber ihr Wille war stärker gewesen und so hatte sie jegliches Mitgefühl von sich fallen lassen, hatte es in ihrem Herzen eingeschlossen.
Wenn man sich die Grausamkeiten vor Augen hielt, die sie beinahe täglich hatte mit ansehen musste, wäre es sogar unglaublich, hätte diese distanzierte Kaltherzigkeit nicht irgendwie auf sie abgefärbt. Amputationen ohne Betäubung, injizieren von Säure in die Gebärmutter von Frauen, verhungern lassen von Gefangenen, ja sogar neugeborenen Kindern nur um die Auswirkungen der Mängel zu sehen und herauszufinden wie lange sie zum Sterben brauchten, testen von chemischen Waffen, absichtliche Infektion der Eingesperrten mit verschiedenen Krankheiten zum Testen möglicher Gegenmitteln... Die Liste der Grausamkeiten war endlos lang. Täglich waren so viele Menschen unmittelbar vor ihren Augen gestorben; Kinder, Jugendliche, Erwachsene.

Die Erinnerung war durchaus nicht angenehm, aber sie nahm sie als abgeschlossen hin. Sie seufzte leise als sie erneut an der Zigarette zog. Es hätte auch ganz anders für sie ausgehen können. Dann säße sie jetzt nicht hier. Eher wäre sie bereits sehr früh im Lager gestorben gewesen, vermutlich als Opfer eines der Experimente. Entweder hätte man ihre Leiche verbrannt gehabt, in einem der Massengräber verscharrt, welche die Gefangenen selbst hatten ausheben mussten, oft sogar dabei gestorben waren und so gleich die ersten Leichen zum Befüllen bereitgestellt hatten, oder gar die Überreste zu einer der Knochensammlungen geschickt, die einige Ärzte angelegt hatten. Doch ihre Begabung im Bereich der Genetik, ihr kühles Gemüt und das kalte Interesse das sie an den Experimenten und ihren Ergebnissen zeigte, hatten dazu geführt, dass man sie am Leben ließ, sie sogar mit einbezog bei der Durchführung von Versuchen und der Auswertung eben jener. Ihr Genie war sehr schnell erkannt worden und im Gegensatz zu vielen anderen Gefangenen entging sie dem grausamen Tod durch die Folgen der Experimente, Quälereien, Strafen, Mängel oder Gas. Man hatte ihr sogar gewisse Vorteile gegeben, von denen die anderen Insassen der Lager nur hatten träumen können.

Aber warum fiel es ihr überhaupt so leicht alle Emotionen abzulegen? Vielleicht war sie als kleines Kind schon ein wenig distanziert, desinteressiert gewesen und vielleicht hatte diese bereits existierende Distanz sie gerettet. Sie wusste es nicht, konnte sich nicht mehr wirklich an ihre Kindheit erinnern. Es war ohnehin keine schöne gewesen. Kaum dass die Nationalsozialisten die Macht vollkommen übernommen hatten, war es für alle nicht gerne gesehenen und ungewollten Bevölkerungsgruppen stetig bergab gegangen. Rechte waren immer weiter und weiter aberkannt worden. Erst war die Ghettoisierung gekommen, dann hatte man sie in die Lager gesperrt. Vielleicht war es auch besser, dass sie sich nicht mehr an allzu viel erinnern konnte.
Letzten Endes wusste sie nur, dass sie überlebt hatte und auch nur das zählte, oder? Betrachtete man es von diesem Blickwinkel, war es vielleicht gar nicht so schlecht herzlos zu sein. Auch nach dem Krieg bewahrte es sie vor Schmerzen, Trauer, Verzweiflung… und half ihr gleichzeitig dabei ihren Wissensdurst zu stillen, denn es waren keine Emotionen im Weg, kein schlechtes Gewissen, wenn man das Leben anderer Menschen wissentlich zerstörte.

Die Schattenseite jedoch war, dass sie sich nun schon so lange gefühllos und kalt durchs Leben schlich, dass sie eine gewisse Furcht vor Emotionen entwickelt hatte. Sie waren mittlerweile einfach zu fremd und ungewohnt, so lange eingesperrt und verdrängt, dass sie damit nicht mehr umgehen konnte. Und gerade der häufige Kontakt mit den Little Sisters weckte diese Emotionen wieder, die sie vor so langer Zeit in sich begraben hatte… Jedes Mal, wenn sie längere Zeit bei den Mädchen verbrachte, spürte sie es stärker, spürte die Emotionen langsam aber stetig wieder hochsprudeln. Alles was ihr blieb, war eine aggressive Reaktion und Haltung in der Hoffnung die Mädchen auf Distanz zu halten, damit sie selbst in der Lage war die Gefühle schnell wieder unterdrücken zu können. Doch mit jedem Tag der verging funktionierte es seltener, schlechter… Die Geschehnisse heute waren wohl nur die Spitze des Eisbergs.

Sie warf die Zigarette in den Kamin, beobachtete wie als das Feuer den Stummel langsam auffraß und seufzte leise. „Sieht aus als hätte ich ein Problem.“





Heartless. It wasn’t the first time Brigid heard that word when someone was talking to or about her, but every time it became more and more thought-provoking for her. Usually she didn’t give a fuck about it when others accused her like this, but today... today something was different.
Thanks to a coincidence the mother of one of the girls they had chosen to become Little Sisters had been able to find her daughter and so she had surprisingly showed up today, hoping to get her child back. Of course it was a senseless endeavour and it ended rather nasty with the woman being forcefully removed by the security. She had almost forgotten the slap in the face she got when the other was blinded with rage, but the reproachful voice, dissonant with the tears that drenched the woman’s face, was still echoing in her head even though she was already back home in her apartment in the Mercury Suites.
She was sitting by the fireside, smoking a cigarette and staring into the flames that actually illuminated the whole room in a warm and friendly orange light, but at the same time the glow gave her face an older and thoughtful look.

“You heartless monster! Don’t you have a conscience? How can you do such things to the children?!” Slightly pissed she puffed out air and smoke through her nostrils, propping her head with her hand, the elbow on the armrest of the couch. Was it really that horrible to be heartless? No. Was this woman even in the position to judge her and her feelings (or the lack thereof)? No. Her free hand balled into a fist as she took another drag of the cigarette, puffing out the smoke moments later. As terribly deep as it must have hurt her to lose her daughter – this woman had never been in her position, had never seen the same things she did. She would probably never understand how she had become what she was now.

A few years ago, during the time in the Concentration Camp, she had learned that there was just one way for her to survive: To adapt to the situation and kill all feelings. Deny them, suppress them, lock them somewhere where they could never escape from. And her will to survive had been strong, her life much more important than a few ridiculous emotions and finally; the awoken interest in science had almost forbidden her to die. And to survive among monsters she had to become a monster herself. With what she had done for the Nazi scientists she couldn’t have allowed herself to have any feelings. It would have slowly killed and destroyed her, would have made a mental wreck sooner or later. But her will had been stronger and so she had abandoned even the tiniest fragments of feelings, had locked them away in her heart.
Then again; looking back at the cruelty she had seen almost on a daily basis, it would have been incredible had this cold-heartedness not somehow managed to rub off on her. Amputations without anesthetisation, injection of acid into women’s wombs, forced starvation of prisoners; even of newborn babies just to see what the lack of nutrients would do to the body and how long it would take them to die, testing of chemical weapons, intentional infection of the captives with diseases to test possible antidotes... A seemingly endless list of inhumanity. So many people had died before her very eyes, day by day; children, teenagers, adults.

Of course those memories were not enjoyable but she accepted them as past. She sighed softly, taking yet another drag of the cigarette. It could have ended completely different for her. Then she wouldn’t even sit here by now. She would have rather died relatively early in the camp, probably as one of the many victims of the experiments. They would have either burned her corpse, throw her body into one of the mass graves the prisoners had to dig by themselves often dying in the very process and becoming the first corpses to fill the fresh holes, or maybe even sent body to one of the doctors that made themselves a nice skeleton collection. But her talent when it came to genetics, her cold attitude and interest in the experiments and their results lead to them keeping her alive, even including her when they made those experiments as well as their analysis. They had recognised her genius pretty quickly and in contrast to other prisoners she escaped the cruel death through experiments, cruelty, punishments, scarcities or gas. They had even given her benefits the other camp inmates could have just dreamed of.

But the question was actually, why it was so easy for her to just drop all emotions. Maybe she had already been pretty indifferent and uninterested as a child and maybe this pre-existing distance had saved her. She didn’t know it, could barely really remember anything of her childhood. But then again it wasn’t a nice one at all. As soon as the National Socialists had gotten a grip on the power everything went down for unloved and unwanted population groups. They cut their rights more and more. First came the ghettoisation, then they had brought them to the prison camps. Maybe it was for the better that she didn’t remember that much of that time.
In the end she only knew that she had managed to survive and it was all that counted, right? Maybe, looking at it from this point of view, it wasn’t so bad to be heartless. Even after the war was over it had shielded her from pain, sadness, despair... and at the same time it helped her satisfy her thirst for knowledge because there were no emotions in her way, no guilty conscience when she destroyed the life of other people.

The downside of all this emotionless and cold-hearted sneaking through life for such a long period of time was, that she had developed a certain fear of emotions. They had become too foreign for her, too unfamiliar; after having them locked down and ignored for so long she was no longer able to deal with them. And especially the frequent contact with the Little Sisters awoke those emotions again she had buried deep within herself so long ago... Every time when she was with the girls for a longer period of time she felt her emotions gaining power and slowly growing stronger and stronger. All she had left were aggressive outbursts and an evenly aggressive attitude towards the girls, hoping she was able to keep them at distance so she could try and suppress her feelings once again. But with every passing day it worked less and less... The happenings today were apparently just the tip of the iceberg.

She threw the rest of her cigarette into the fire, watching as the flames slowly ate the stub and she sighed. “Sieht aus als hätte ich ein Problem.”




The last sentence means "Looks like I have a problem." I chose to leave it German because it fits her better this way. I don't think she would really speak English when talking to herself.

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